Die Designerin
La Créatrice
Meine Liebe zu Leder
Mon amour pour le cuir
Meine Arbeit
Mon travail
Das Material
Le matériel
Mon Histoire - Meine Geschichte
Meine Kindheit verbrachte ich an der rauen Atlantikküste von Andernos-les-Bains bei Bordeaux. Meine frühesten Erinnerungen sind die Geräusche des Meeres, wenn die Wellen an den Klippen brechen und die Gischt über das Ufer schäumt.
Schon damals war ich fasziniert vom handwerklichen Geschick meiner Eltern. Mein Vater liebte Holzarbeiten, während meine Mutter weiche Stoffe bevorzugte. Den Geruch und die Oberflächenbeschaffenheiten der verschiedenen Materialien, - das Raue, die Glätte, etwas Festes, Seidiges oder Feines -, haben damals schon meine kindlichen Sinne bezaubert.
Dies waren meine Lieblingsspielzeuge und in den schönsten Stunden meiner Kindheit erschuf die ganze Familie in meditativer Stille wundervolle Dinge voller Herz und Seele.
Nach meinem Abitur in „Literatur und Kunstgeschichte“ zog es mich nach Italien, ein Land, das mein Herz beim ersten Besuch im Sturm erobern konnte. In Florenz besuchte ich die Kunstakademie, bis ich erneut dem Ruf des Herzens nach Deutschland folgte.
Mon amour pour le cuir - Meine Liebe zum Leder
Vor zwanzig Jahren entdeckte ich in den Hauptstraßen von Bozen den wunderbaren Laden des Schumachers „Buratti“.
Der Besitzer Josef Buratti muss wohl gespürt haben, dass ich kein gewöhnlicher Kunde war, der da völlig überwältigt in seinem Laden stand.
Der wundervolle alte Mann versprühte trotz seiner 87 Jahre eine glühende Leidenschaft für sein Handwerk. Noch am gleichen Tag nahm mit ihm meine magische Reise in die Welt des Lederhandwerks ihren Anfang, als er mir eine seit dem zweiten Weltkrieg original verpackte Ahle in die Hand legte. Mit einem verschmitzten Lächeln erkannte er in mir eine verwandte Seele, die seine Tradition und Kunst weiterleben lassen würde.
Mit grenzenloser Bereitschaft und Hingabe vererbte mir Herr Buratti nach und nach sein Wissen.
Nach meinem letzten Besuch fragte ich ihn, warum er weiterhin jeden Tag in seinem Laden arbeiten würde?
Er antwortete: „Wer mitr Leidenschaft arbeitet, und seinen Beruf liebt, empfindet seine Arbeit stets als reinstes Vergnügen“.
Zurück in Deutschland kreierte ich meine erste Tasche, die ich „le Papillon“ .“ Der Schmetterling“ nannte.
Meine Liebe und Leidenschaft für das Leder sind seitdem mein Leben.
Peu à peu erweitere ich meine Fertigkeiten bei dem Ledermeister Laurent Charby in Paris und lerne bis heute noch Dank der vielen „maroquiniers“ dazu, mit denen ich in der ganzen Welt durch Social Media vernetzt bin.
2022 gründete ich meine eigene Ledermanufaktur, in der ich zeitlose Tradition mit feinem Stil in höchster handwerklicher Qualität vereine.
Ma façon de travailler, mon inspiration - Meine Arbeit, meine Inspiration
Ich erschaffe Lieblingsstücke, die durch ihr Design und hochwertige Verarbeitung jeden Tag Freude bereiten.
Ich arbeite mit der Nähmaschine aber im Sinne der Tradition arbeite ich bevorzugt mit der Sattlernaht - eine französische, sehr zeitaufwendige Handwerkskunst. Charakteristisch sind die schrägen, diamantförmigen Nahtlöcher, durch die die Naht eine schöne Treppung bekommt.
Ich realisiere jede Étappe der Anfertigung selbst aus.
Dazu gehören, Schnitte, Muster, Ausschnitt, Leder schärfen, Montage, Kleben, Nähen und Kanten arbeiten.
Deshalb stellt jedes meiner Stücke ein unverwechselbares Unikat dar, welches dafür geschaffen wurde, Zeiten und Generation zu überdauern.
Leder ist zu wertvoll, deshalb werden alle Lederreste zur Herstellung verschiedener Kleinwaren - Accessoires verwendet.
Meine Inspiration kann unterschiedlich sein, je nach den Umständen, meiner Laune und meiner Lust.
Mein Style hat nicht zum Ziel der Mode zu folgen, sondern etwas einzigartiges anzubieten.
Meine Inspiration wird auch sehr von meiner Liebe zur Farbe motiviert. Die Farbe zu kombinieren ist ein sehr wichtiges Element meiner Arbeit.
Le matériel - Das Material
Mein Material selektiere ich persönlich bei der renommiertesten Gerberei Frankreichs, Rémy Carriat in Espelette.
Die außergewöhnlichen Jungstierhäute, die auch von namhaften Unternehmen wie Hermès oder Dior bezogen werden, sind die Basis jedes Stückes aus meiner Werkstatt.
Das Kalbsleder erwerbe ich von der ebenfalls hochangesehenen Gerberei Haas bei Straßburg, während ich Ziegenhäute von zwei wundervollen Weißgerbereien Arlan und Julien aus Frankreich bevorzuge.
Da nachhaltiges Arbeiten in der gesamten Branche als grundlegend wichtig angesehen wird*, werden Reste oder nicht verarbeitete Häute, die bei diesen Premiumgerbereien erstanden wurden, an die Lager von „Maison de haute couture“ geschickt, wo sie wieder erworben werden können.
Diesen wundervollen Häuten ein zweites Leben einzuhauchen, verbunden mit der Gewissheit, dass meine verwendeten Materialien die Umwelt im Prozess vom lebenden Tier bis hin zur Tasche nicht zusätzlich belasten, stärken mein Engagement und die Liebe zu diesem Handwerk.
Alle Reissverschlüsse sind von der hochspezialisierten Firma Riri aus Italien, da ich darauf bestehe, dass eine Tasche sich mit Leichtigkeit sich aufmacht.
Alle andere Metallzubehör sind aus Messing vergoldet und kommen von diversen Herstellern aus Italien.
Der Faden von Gütermann unterstützt die Arbeit mit Nähmaschine und der Leinenfaden „Fil au Chinois cablé“ fliest durch meinen Finger für die Sattlernaht.
*All meine Lieferanten arbeiten nach den Grundlagen des REACH-Gesetzes:
REACH:Die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 ist eine EU-Chemikalienverordnung, die am 1.Juni 2007 in Kraft getreten ist. REACH steht für Registration. Evolution. Autorisation and Restriction of Chemicals „Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien“.